Vom Umtausch ausgeschlossen

Wusstet ihr, dass es speziell ausgebildete Physiotherapeuten gibt, die sich mit der Beckenbodenproblematik auskennen? Die tasten auch nach dem Beckenboden. Besser als jeder 08/15-Gyn. Da geht man hin, wenn man Probleme mit Inkontinenz oder Senkungen hat. Wusste ich vorher auch nicht. Da hat mich meine Hebamme drauf gebracht. Bzw. dass es speziell ausgebildete gibt, habe ich aus der Gruppe bei Facebook. Das ist eine Gruppe von Betroffenen, die teilweise schon weiter in ihrer Odyssee sind und den anderen, die noch am Anfang stehen, unter die Arme greifen.

Ich hatte mich, nachdem ich davon erfahren habe, um Physio bemüht. Bei der ersten Untersuchung sagte sie mir, dass auf einer Seite ein Abriss sein könnte. Nachdem ich nun bei Arzt Nr. 5 war, weiß ich, dass da noch Muskel ist. Bzw. er sagte, es sei kein Abriss vorhanden, da meine Organe gleichmäßig runterkämen. Den Muskel hat er nicht untersucht. Es gibt verschiedene Untersuchungen, mit denen man das herausfinden kann (Ultraschall, tasten, MRT).

Am nächsten Tag hatte ich wieder einen Termin bei meiner Physio und sie hat dann 9 Wochen nach der ersten Untersuchung noch mal geschaut, wie und ob sich was unter den Übungen entwickelt hat. Sie konnte nun zumindest Muskelgewebe ertasten, wo sie vorher ein Fragezeichen notiert hat. Jetzt ist die Frage (meine Physio konnte das auch nicht beantworten), ob der Muskel platt geklopft ist wie ein Schnitzel oder ob bei der Geburt der ersten Schildkröte tatsächlich ein Teil abgerissen wurde.

Ich bin mittlerweile bei Arzt Nr. 6 gewesen. Ein Teil des gesamten Muskelgeflechts ist mittendrin atrophiert. Er konnte nicht sagen, ob er abgerissen ist, da er kein bildgebendes Verfahren genutzt hat. Er hat mir nun 6 Monate EEMA verschrieben, um zu schauen, ob sich der Teil wieder aufbauen lässt. Ich persönlich glaube, dass der Teil ab ist. Was meine Senkungen betrifft- tja, die lassen sich nicht verbessern. Er sagte im besten Fall bleiben sie mit aller Arbeit auf dem jetzigen Stand. Die Aufhängungen, durch die die Organe gestützt werden, sind entweder gerissen oder gelockert. Ich bin also offiziell kaputt und nur noch Mangelware. Da sagt man eine Geburt sei das natürlichste auf der Welt und was passiert? Nach der Geburt hat man im Inneren ein Schlachtfeld, was dazu führt kein normales Leben mehr führen zu können. Ich kann mich nicht um meine Kinder kümmern, wie ich es sollte und will. Ich kann mich nicht um den Haushalt kümmern oder um die banalsten Dinge. Danke Schicksal, danke Karma!

Das blöde ist: es gibt keine offizielle Beschwerdestelle. Keine Service Hotline, bei der ich anrufen und sagen kann „Das war so nicht abgemacht. Ich wollte ein heiles Muttileben und keins, in dem ich körperlich stark eingeschränkt bin. Das habe ich so nicht bestellt.“, kann keinen Anwalt engagieren, der mein Recht auf Umtausch einboxt. Ich muss mit der Scheiße leben – ob ich will oder nicht.

Liebes Schicksal,

es gibt da etwas, was ich dir sagen möchte. Ich bin so sauer auf dich! Warum hast du mich ausgesucht? Habe ich ganz laut „Hier“ geschrien, als du den Mist verteilt hast?

Nicht nur, dass du mir kurz nach dem Honeymoon eine Depression verpasst hast. Nein, es musste auch noch die ungewollte Kinderlosigkeit sein. Die haben wir glücklicherweise medizinisch ausgetrickst. Hat dich das angefressen? Warst du darüber wütend?

Du hast mir eine CED verpasst, die mir vorzeitige Wehen, Weihnachten im Krankenhaus und ein trauriges Kind beschert hat. Und jetzt nach der zweiten Geburt habe ich was? Organsenkungen! Warum? Die Befürchtung liegt nahe, dass bei der Geburt der skandinavischen Schildkröte ein Teil des Beckenbodens abgerissen ist. Ich will mich irren, so unbedingt. Aber da ist leider nicht viel Raum für einen Irrtum.

Anstatt mit der großen Schildkröte zu spielen, die kleine zu tragen, ausgedehnte Spaziergänge zu machen, lebe ich auf dem Sofa und bin todtraurig. DU HAST MIR MEIN LEBEN GENOMMEN!!! Ich bin keine 40 Jahre alt und darf nicht laufen, springen oder wild sein. Ich darf meine Kinder nicht tragen. Ich darf keine 100% Mama sein! Ich habe den Körper einer 70-jährigen. Wie soll es bloß werden, wenn ich erst in dem Alter bin? Mein größtes Problem sollte es jetzt sein, dass Corona die Aktivitäten einschränkt. Oder dass die kleine Schildkröte mehr spuckt, als die große es getan hat. Ich sollte Luxusprobleme haben.

Schicksal, du bist ein verf****es Arschloch! Warum zur Hölle ich? Ich weiß, es geht immer schlimmer. Ich weiß, andere sind schlimmer dran. Aber DAS ist gerade für mich das Schlimmste! Es zerreißt mich von innen. Und wenn meine wunderbaren hübschen Kinder nicht wären…

Was kommt als Nächstes? Oder bist du mit mir jetzt fertig?

Liebes Schicksal, lass mich bitte in Ruhe. Go and f*** yourself!

Der Sprint

T-1

Hä – wat bin ich frustriert. Heute Morgen war ich zur Akupunktur bei meiner Hebamme. Gegen Mittag hatte ich dann das Gefühl, da ist was im Busch. Um 15.00 Uhr waren wir dann im Kreißsaal. Regelmäßige Wehen, aber die Wehen noch ganz entspannt weggeatmet. Ultraschall, Kaffee trinken, Spaziergang. Und die Wehen wurden nicht wilder. CTG zeigte leichte Wehen. Untersuchung nach Schichtwechsel am Abend ergab Muttermund hat sich nicht weiter geöffnet. Tja…es hat sich also nix getan. Jetzt bin ich hier über Nacht im KH und schaue was passiert. Ich wäre lieber zuhause. Die Schildkröte ist krank und ich mag dann auch nicht gern weg sein. Vielleicht werden die Wehen ja noch mehr. Oder ich bekomme noch ne Mütze voll Schlaf.

T-0

Alter Schwede! Was war das denn? Um 0.20 Uhr muss ich nach der Schwester klingeln, weil ich innerhalb von 1 Minute zwei starke Wehen hatte. Um 0.30 Uhr habe ich den weltbesten Ehemann aus dem Kreißsaal angerufen. Zwischendurch fragte die Hebamme, ob es schlimm sei, wenn der Mann nicht dabei ist und ob ich nochmal anrufen möchte, um zu fragen wo er gerade ist. Telefonieren konnte ich nicht mehr, war aber auch der Überzeugung, dass er bald da sein würde. Um ca. 0.58 Uhr ist die Fruchtblase geplatzt, 2 Minuten später war der Mann da. Kurz darauf kam der Arzt. Und um 1.12 Uhr hat die zweite Schildkröte vor sich hin geschrien. Das war kein Marathon. Das war ein Sprint! Keine PDA – kein Meptid. Alles vollkommen frei von Drogen. Und das nicht, weil ich nicht wollte. Nein, nein – ich hab schon gebettelt. Aber die Hebamme ist scheinbar kein Freund von Meptid (und es dauert auch wohl 30 Minuten bis es wirkt). Bei der Frage nach der PDA hat sie gelacht und mich darüber in Kenntnis gesetzt, dass es dafür zu spät sei. Ich dachte, ich hätte noch ewig Zeit. Rückblickend betrachtet weit gefehlt.😂

So ist also am 28.02.2020 um 1.12 Uhr ein 50 cm großes und 3020 g schweres Mädchen mit 35 cm Kopfumfang als kleine Schildkrötenschwester (direkt in Corona rein) geboren.

PS: Entbunden hat im Übrigen kein Arzt in Ausbildung, sondern der selbe Oberarzt, der auch schon die Schildkröte auf die Welt gebracht hat.😉

While I‘m waiting

Es ist noch knapp 1 Woche bis zum ET. Und vor einigen Tagen hatte ich den letzten Termin zur Vorsorge vor ET. Während ich 2 1/2 Stunden in der Praxis meiner Gyn verbracht habe, dachte ich darüber nach worüber ich wohl mal wieder schreiben könnte.

Mir fiel direkt das Projekt „Krabbeldecke“ ein. Die Schildkröte hat von meiner Schwester eine selbstgemachte Krabbeldecke bekommen. Giselahorst (ja, der Produktionsname wurde kurzfristig geändert 😄) soll auch eine bekommen, aber niemand hat sich vorab angeboten sie zu nähen. Also hab ich mich ans Werk gemacht zu recherchieren wie man sowas macht. Um es einfach zu gestalten habe ich mich entschieden als Füllmaterial eine klassische dünne Bettdecke aus einem schwedischen Möbelhaus zu verwenden. Da ich aber seit fast 3 Jahren aufgrund von Schwangerschaften und Stillzeiten eine eingeschränkte Hirnleistung habe, ist es mir nicht in den Sinn gekommen eine Bettdecke aus der Kinderabteilung mitzunehmen, sondern habe mich damit abgefunden, dass die Decke 140 x 200 cm groß wird.🤦🏼‍♀️ Und nun sitze ich an dem Projekt „übertrieben große Krabbeldecke“.

Während ich also den Plan hatte darüber zu schreiben, lieferte mir meine Gyn ein weiteres Thema.

Vorab noch die Info warum ich nach der Geburt der Schildkröte einen Arztwechsel forciert habe: mein alter Gyn war menschlich nicht sonderlich gut aufgestellt. Während der gesamten Schwangerschaft hat er sich so ein paar Sachen erlaubt, die mich auf den Gedanken gebracht haben, er könnte für mich der falsche Arzt sein. Als ich ihm dann aber mitteilte, dass ich gerne in einem anderen Krankenhaus entbinden möchte, als in dem, wo er Belegarzt ist, wurde schnell deutlich, dass er sich ungern die Butter vom Brot nehmen lässt und wurde auch genauso schnell unprofessionell. Nicht nur in seinen Äußerungen über das Krankenhaus meiner Wahl, sondern auch in Form eines kleinen übergriffigen, ungefragten und ungewünschten give away, was man nachträglich vielleicht als Gewalt in der Geburtshilfe interpretieren könnte, wenn man es denn so möchte.

Nach der Geburt war ich noch zur Nachsorge bei ihm. Und der nächste Termin war dann bei meiner jetzigen Gyn. Diese ist angestellte Ärztin bei meinem alten Gyn in einer eigenen Praxis. Daher dachte ich, ich gebe ihr mal eine Chance. In der jetzigen Schwangerschaft hat sie Entscheidungen getroffen, die meine alter Gyn nicht getroffen hätte, was mich von ihr überzeugt hat. Außerdem vermittelte es den Eindruck, dass sie schon recht unabhängig arbeitet. Zu Beginn der Schwangerschaft kam auf, wo ich entbunden habe, warum ich dort entbunden habe und auch, dass ich jederzeit dort wieder entbinden wollen würde. Da sie die Info aufgenommen und nicht kommentiert hat, dachte ich, dass sie da entspannt ist.

Dann kam ja die Diagnose CED hinzu und ich habe schnell festgestellt, dass sie da genauso ahnungslos ist wie ich. Was jetzt aber auch nicht dramatisch war, da ich dafür meinen Gastro habe. Es kam der Krankenhausaufenthalt über Weihnachten und dort habe ich gemerkt, dass es (Assistenz)Ärzte in der Gynokologie gibt, die sich schon ein wenig damit auskennen. Eben diese Erfahrung habe ich auch im Krankenhaus unserer Wahl bei der Besprechung der Geburt gemacht.

Ich merke gerade, dass ich sehr viele Nebeninfos einbringen muss, bevor ich zum Punkt kommen kann.🙈 Aber ich habe es gleich geschafft.

Nun benötigt man ja eine Einweisung ins Krankenhaus zur Geburt. Es sei denn dein Gyn ist im Krankenhaus der Wahl Belegarzt. Ebenso benötigt man eine Überweisung zu Vorbesprechung der Geburt. Die Überweisung habe ich ohne weiteres bekommen. Bei der Einweisung hingegen wurde ich auf den nächsten Vorsorgetermin vertröstet. Ich wurde zwar stutzig, habe mir aber auch nichts dabei gedacht.

Dann kam also der nächste Vorsorgetermin und ich wollte die Einweisung mitnehmen, da es ja jederzeit losgehen kann. Die Sprechstundenhilfe teilte mir mit, ich müsse das mit meiner Gyn besprechen. Also sprach ich es an und – fiel aus allen Wolken!

Sie war nicht erfreut darüber, dass ich woanders entbinden will – verständlich. Sie hat auch versucht mich auch noch umzustimmen – auch verständlich. Aber dann argumentierte sie wie mein alter Gyn, dass in „ihrem KH“ nur Fachärzte zugegen wären, was im KH unserer Wahl nicht der Fall wäre. Und wer wolle denn schon von einem Assistenzarzt (oder so wie sie es sagt: „Arzt in Ausbildung“) bei der Geburt begleitet werden (nur komisch, dass die Schildkröte von einem Oberarzt in Empfang genommen wurde). Theoretisch könne sich zwar jeder aussuchen wo er hin möchte. Daraufhin habe ich darauf hingewiesen, dass dies sogar rein praktisch auch der Fall ist und wir eine freie Arztwahl haben. Ich habe sie daran erinnert, dass ich von Anfang an gesagt habe, wo ich wieder entbinden möchte. Worauf sie entgegnete, dass sie dachte, ich würde meine Meinung noch ändern. Irgendwann sagte sie, dass ich die Einweisung nicht bekommen würde. Und mir blieb nur zu sagen „Dann ist das so“. Nach all dem ganzen Hin und Her gab es die Untersuchung und im Anschluss die Besprechung eventueller weiterer Termine. Nächste Woche sei sie nicht im Haus. CTG zum ET sollte aber gemacht werden. Sie wolle einen Termin entweder in der Hauptpraxis oder am Wochenende im Kreißsaal ihres Belegkrankenhauses machen. Ich habe kurzerhand mitgeteilt, dass ich das CTG im anderen KH machen wolle.

Nachdem ich schockiert und sauer war, habe ich eine Nacht darüber geschlafen und nun ein schlechtes Gewissen. Was ja eigentlich absurd ist. Natürlich kann ich verstehen, dass sie möchte, dass die Frauen bei ihr entbinden. Aber ist es nicht auch ein Stück Unprofessionalität die Einweisung zu verweigern? Ich habe mich ja ganz bewusst für die eine Klinik und gegen die andere entschieden. Trotzdem suche ich jetzt den Fehler bei mir, dass ich sauer über ihre Reaktion bin und dass ich mich so entschieden habe.

Ist es jetzt richtig sauer zu sein? Oder lieg ich da falsch?

Nun rückt Geburt Nummer 2 immer näher. Ich bin aufgeregt und habe mehr Angst davor, als bei der Geburt der Schildkröte. Zum Einen, weil ich weiß was auf mich zukommt. Und zum Anderen, weil ich Angst habe, was mich mit der CED erwartet. Die Ärztin im KH sagte nach der Geburt könnte es noch einen Schub geben. Es könne danach aber auch ruhig sein. Da es eine „alles kann, nichts muss“-Krankheit ist, kann wirklich alles passieren. Ich wünsche mir ziemlich stark, dass es sich bei mir um einen Fall handelt, von dem man nichts in Foren liest oder hört. Ich möchte nicht einer dieser Fälle sein, von dem man liest und gar denkt, dass die Person echt arm dran ist. Und glaubt mir – das habe ich schon bei so einigen gedacht.

Und wie immer habe ich ein Problem mit dem Ende des Beitrages.😄 Ich warte dann jetzt mal gespannt auf den Moment der ersten Wehe und darauf, dass dieses Baby gesund meinen Körper verlässt. Bis dahin – rinnjehauen!

Kleiner Nachtrag: in meinem schwangeren Hirn habe ich vergessen zu erwähnen, dass ich direkt nach dem Termin im Kreißsaal angerufen habe. 🙈 Dort hat mir die Hebamme gesagt, dass ich nicht zwingend die Einweisung benötige, es aber einfacher für die Verwaltung ist, da diese sich die Einweisung anders beschaffen müsste. Ich habe es dann bei meinem Hausarzt versucht, da die Hebamme sagte, die Einweisung müssen nicht unbedingt vom Gyn kommen. Und ich habe die Einweisung bekommen. Gleichzeitig habe ich dann noch den Termin zum CTG am ET vereinbart. Was das betrifft, ist also alles gut. 👌🏻

Schwer wird es für mich wieder zu meiner Gyn zu gehen. Ich will nicht schon wieder wechseln müssen. Und bis zu dem Zeitpunkt habe ich mich da ja auch relativ gut aufgehoben gefühlt.

Immer schön den Ball flach halten

Seit Silvester bin ich wieder zuhause. Die Schmerzen sind seit Weihnachten nicht wieder aufgetreten und die Wehen haben danach auch nachgelassen. Allerdings merke ich schon relativ schnell, wenn es zu viel wird. Sobald ich nur annähernd so viel mache wie vor dem Krankenhausaufenthalt, kann ich mindestens die nächsten zwei Tage das Bett hüten.

Die Dosis der Medikamente bleibt in den nächsten Wochen noch auf dem Niveau wie es im Krankenhaus eingestellt wurde, damit die restliche Schwangerschaft ruhig verlaufen kann. Dennoch habe ich Angst, dass trotz der erhöhten Dosis die Beschwerden wieder auftreten.

Ich bin derzeit dabei mich über Kurkuma bzw. die goldene Milch zu informieren. Kurkuma wird sogar in den Leitlinien bei CED genannt, da es eine entzündungshemmende Wirkung hat. Allerdings wird in der Schwangerschaft davon abgeraten, da es die Durchblutung fördert und somit Wehen auslösen kann. Es gibt aber scheinbar Frauen, die es trotzdem in der Schwangerschaft anwenden. Da ich aber schon Wehen hatte, lasse ich lieber die Finger davon und starte nach der Geburt damit.

Ich hatte es auch schon mit Probiotika versucht und hatte auch den Eindruck, dass es dadurch etwas besser wird. Aber dann kamen die Schmerzen. Und jetzt liegen da in unserem Kühlschrank sauteure Probiotika, an die ich mich nicht mehr ran wage, aus Angst, es könnte alles wieder schlimmer werden.

Es schlummert ja auch noch die Hoffnung in mir, dass nach der Schwangerschaft alles wieder vorbei ist und nie wieder auftaucht. So wie z.B. Schwangerschaftsdiabetes. Das wäre so wunderbar. Allerdings habe ich auch von so einigen Frauen gelesen, bei denen die Krankheit auch in der Schwangerschaft ausgebrochen ist und die seit dem regelmäßig Probleme damit haben. Betet, dass dies bei mir nicht der Fall ist.

Neben dem Ganzen bin ich aber auch sehr froh wieder zuhause zu sein. Ich habe den Mann und die Schildkröte sehr vermisst. Den Mann habe ich knapp eine Woche am Stück nicht gesehen, da ihm Heiligabend noch spontan der Blinddarm entfernt wurde und er in einem 50 km entfernten Krankenhaus lag. Und die Schildkröte war durch das alles und vor allem die Krankenhausatmosphäre so irritiert, dass er bei den Besuchen lange nichts von mir wissen wollte. Zum Schluss wurde es besser. Aber erst seit dem ich wieder zuhause bin, ist er wieder ganz der Alte.

Willkommen in Jammerhausen

Es ist der 23.12.2019 und ich befinde mich seit fast 4 Tagen im Krankenhaus. Meine jüngst im August diagnostizierte chronische Darmerkrankung hatte augenscheinlich den Schneid unter Medikamenten schlimmer zu werden (mich aber in dem Glauben gelassen, es wird etwas besser), Krämpfe zu entwickeln und dadurch Wehen auszulösen. Alles Gründe für mich vor Freude in die Luft zu springen. Nicht!

Nicht nur, dass ich diese blöde Krankheit gar nicht haben möchte – es reicht ja scheinbar nicht, dass wir keine Kinder auf natürlichem Weg bekommen können und ich den Hashimotokram habe (wobei der mich eher weniger einschränkt) – nein, sie muss auch noch so verlaufen, dass sie sich nicht mit dem „Goldstandard Medikament“ in den Griff bekommen lässt, obwohl es anfangs ganz gut aussah. Und sie führte dazu, dass ich mit täglichen Schmerzen und anschließenden Wehen kurz vor Weihnachten im Krankenhaus gelandet bin. Nun wurde die Medikation schon seit Tagen um das 3fache erhöht. Zeitweise gibt es eine Besserung. Aber auch nur zeitweise. Ich weiß nicht was die Schmerzen auslöst. Und ich weiß auch nicht warum es nicht langsam einfach mal besser wird. Ich überlege schon, ob es vielleicht mit dem Essen zusammenhängt. Aber nicht essen geht auch nicht. Und wie gesagt: es gibt auch Zeiten, in denen ich auch nach dem Essen keine Beschwerden habe. Außerdem war das Essen vorher auch kein Problem.

Ich meine – ich bin in der 31. Woche! Ich kann doch jetzt nicht Wehen haben. Was bildet sich diese scheiß Krankheit ein mir mein Leben so zu versauen? Die Lungenreifung ist noch nicht abgeschlossen. Ich möchte wieder stillen. Und ich will keine Angst vor der Geburt haben müssen, nur weil da eine ungebetene Krankheit eine fette Party in meinem Körper schmeißt.

Zudem kann ich an Weihnachten nicht zuhause sein. Es ist generell schlimm nicht zuhause zu sein. Ich vermisse den Mann und die Schildkröte.

Ich möchte einfach nur in den Ursprungszustand zurückgesetzt werden. So wie ich geschlüpft bin. Gesund. Und kommt mir jetzt nicht mit Akzeptanz. Bringt mir einen Wunderheiler, der das durch Handauflegung schafft!

🎶 Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir 🎶

Die letzten Wochen waren nicht unbedingt die besten. Daher will ich mich auf schöne Dinge konzentrieren.

Ich bin jetzt in der 25. Woche. Dem Kind geht es scheinbar gut. Das Organscreening ist gut verlaufen. Alles schön und super entwickelt, keine Auffälligkeiten. Wir kennen jetzt auch das Geschlecht. 😊 Und wir werden es wieder nicht verraten (obwohl der Mann das deutlich lockerer sieht als ich).😄

Nun geht es an die Namensfindung. Es soll ein nordischer/ skandinavischer Name sein. Er soll ja auch zum Namen der Schildkröte passen. Aber auch nicht zu lang, denn wir haben einen langen Nachnamen. Da passen weder Mercedes, noch Diego, Klaus-Dieter oder Bärbel. Also, wenn euch etwas gutes bzw. passendes einfällt, dann mal her damit. Ich bin für Vorschläge offen.😅 Der Produktionsname lautet auf jeden Fall Grisella-Horst. Ist nach Örsela-Horst nicht gerade der einfallsreichste Produktionsname. Aber mit „-Horst“ bleibt er in der Namensfamilie.😅

Nächste Woche findet der erste Laternenumzug für die Schildkröte statt. Wie soll’s auch anders sein: Mutti ist aufgeregt.😅 Die Schildkröte hat seine Laterne in der Krippe gebastelt (von den Erziehern basteln lassen), hat aber keine Ahnung was man damit anstellt oder wie man sie hält. Auch wenn ich es versuche zu zeigen, wird es ignoriert. 😂 Da ich mit ihm alleine hingehen werde (der Weltbeste Mann arbeitet und alle meine (Mutti-)Freundinnen sind auf einem Wochenendtrip oder krank), wird es vermutlich so laufen, dass die Schildkröte im Kinderwagen sitzt und ich diesen Schiebe und die Laterne halte. 😅 Ich werde das aber nochmal mit ihm üben.😅

Der Wochenendtrip! Ich bin soooo traurig! Diese Fahrt habe ich mit organisiert und es wird sooo witzig. Da ich aber schwanger bin, macht es sehr wenig Sinn mitzufahren. (Ich werde hier jetzt nicht verraten wo es hingeht, da diverse Freunde hier mitlesen.) Und es sind wirklich alle dabei! Ja gut, ok – fast alle. Eine Freundin hat sich vorgestern das Fersenbein gebrochen und liegt im KH. Aber sonst sind wirklich alle dabei. Es ist so schwierig 10 Leute terminlich unter einen Hut zu bringen. Da schaffen wir es ein Mal und dann kann ich nicht mit. -Ok, als wir gebucht haben, habe ich eine eventuelle Schwangerschaft mit einbezogen. Aber dass es wirklich so kommt, konnte ja keiner ahnen.- Man mag sich jetzt fragen warum eine Schwangere nicht auf einen Wochenendtrip mitfahren kann. Dabei liegt die Antwort so nahe: Alkohol! Und das ist für die Mitfahrenden schon zu viel Info.😂 Wobei sie sich das bei dem Orga-Team auch eigentlich denken können.😬😂

Und jetzt werde ich für die nächsten Wochen wieder in der Versenkung verschwinden. 😊

Guten Tag und Hallo

Die Schildkröte hat nun fast 4 Wochen Krippe hinter sich. Und was soll ich sagen? Er macht es wie ein ganz großer. Die Eingewöhnung war scheinbar nur dazu da, weil sie gemacht werden muss. Der weltbeste Ehemann hat am ersten Tag schon die rhetorische Frage gestellt, warum er eigentlich noch dabei sitzen muss.😅

Allerdings ist er in einer Hinsicht auch sehr anstrengend: er hat den größten Dickkopf auf der Welt. Anziehen, wickeln – generell Dinge, die ihm nicht in den Kram passen, arten schlagartig in Ausraster aus, als passiere gerade das Schlimmste auf der Welt. Wenn es nicht so anstrengend wäre, würde ich fast behaupten, ich sei stolz, dass er so einen starken Eigenwillen hat.😅

Aktuell habe ich etwas Urlaub. Die Schwangerschaft läuft leider nebenher. Es ist wirklich so wie alle sagen: jede weitere Schwangerschaft kann nicht so genossen werden wie die erste. Bei mir kommt leider noch hinzu, dass ich scheinbar eine chronische Darmerkrankung habe, die sich entschlossen hat in diesem Jahr zu Tage zu treten. Wie der Hashi-Arzt, bei dem ich jetzt endlich mal war, sagt, kommt eine Autoimmunerkrankung selten allein. Jedenfalls musste ich Medikamente nehmen, die es in sich haben. Laut Embryotox sind es die Medikamente der Wahl. Trotzdem bereiten Sie mir Bauchschmerzen. Hab schon ein wenig Sorge, dass sich das Baby gut und gesund entwickelt. Zumal es sein kann, dass ich die Medikamente erneut nehmen muss. (Außerdem habe ich aufgrund der Symptome und aufgrund der mangelnden Diagnosemöglichkeit (bin ja schwanger) weiterhin Angst davor, dass es Darmkrebs sein könnte. Jaaa…Bullshit-bla-bla. Aber auch nicht ganz unbegründet.)

Naja. So – der Hashi-Arzt: es hat sich herausgestellt, dass ich eine Umwandlungsstörung habe. Das bedeutet das fT4 wird nicht ausreichend in fT3 oder falsch ins Reverse T3 umgewandelt. Mein fT4 ist ok, das fT3 am Rande zu „zu niedrig“. Das Reverse T3 ist zu hoch. Und was macht man da? L-Thyroxin etwas minimieren und mit Thybon starten. Und dann abwarten was passiert.

Wenn die Schildkröte zur Krippenkröte wird

So wie bei vielen ist es auch bei uns so weit. Die Schildkröte kommt in die Krippe. Wir haben noch knapp eine Woche und dann beginnt die Eingewöhnung.

Ich weiß nicht, ob ich aufgeregt sein soll. Bestimmt werde ich es nächsten Montag sein. Aber aktuell sehe ich das als notwendiges Übel. Ich arbeite dann seit 8 Wochen wieder und eine konstante Betreuung sollte da schon eingerichtet sein. So wie wir es die letzten Wochen gemacht haben, war es auch ok. Aber wir mussten halt immer abklären, ob unsere Optionen auch Zeit haben. Außerdem können wir der Schildkröte hier zuhause nicht mehr gerecht werden. Er braucht einen Ort, wo er sich regelmäßig austoben kann. Wo er auch ein wenig gefordert wird und andere Kinder und nicht nur uns um die Ohren hat.

Was die Eingewöhnung angeht mache ich mir keine Sorgen. Das wird schon laufen. Die macht übrigens der Mann. Zunächst einmal, weil ich bei der der Arbeit nicht sofort wieder wegbleiben wollte (was sich ja durch meine AU erübrigt hat). Aber auch, weil ich nicht gut im Verabschieden bin.😅

Tja – was gibt es sonst Neues? Ich bin jetzt in der 14. Woche. Morgen habe ich den nächsten Termin bei der Gyn und mache drei Kreuzzeichen, wenn alles gut ist. So ganz entspannt bin ich da nämlich noch nicht. Wie soll’s auch anders sein? 😅

Die Arbeit ansich macht mir Spaß. Nur bin ich lieber ohne meinen Kollegen dort, als mit ihm. Er ist echt ein netter, hat aber eine Art an sich, die nicht meins ist. Ich kann es nicht in Gänze erklären. Aber zum Teil ist es auch so, dass er mir seine Vorgehensweisen und Ansichten überstülpen will und zeitweise das Gefühl vermittelt, ich sei seine Azubine.

So ist das hier gerade.

Baby 2.0

Oooooooooooooooh! Ich bin aufgeregt! Es geht wieder lohoooooos! Der erste Termin ist in zwei Tagen. Ich war lange nicht mehr so aufgeregt. 😅 Eigentlich war ja mein Vorhaben komplett ab dem ersten Tag ohne Alkohol in den Versuch zu gehen. Leider fällt mir keine plausible Ausrede ein, warum ich heute nicht trinken kann. 🙈 Aber bei der Schildkröte habe ich auch etwas getrunken. Und geschadet hat es bekanntlich nicht.😅


Nachdem ich am ersten Zyklustag etwas Alkohol getrunken und auch noch zwei Zigaretten geraucht habe, ist meine Euphorie verschwunden. Ich war so aufgeregt, weil ich absolut überzeugt war, dass alles gut geht und es dieses Mal bestimmt wieder klappt. Ich wollte die selben Verhältnisse herstellen, wie sie bei der Schildkröte vorlagen. Aber dadurch, dass ich mich nicht zusammenreißen konnte und diese zwei Zigaretten geraucht habe, habe ich jetzt ein schlechtes Gewissen und glaube alles kaputt gemacht zu haben.


Ich bin gerade sooooo sauer, traurig und enttäuscht! Diesen Monat wird das nix mit Baby 2.0! Mein Körper ist ein Arsch! Zum ersten Mal in unserer Reproduktionsgeschichte habe ich VOR der Stimulation eine riiiiiieeeeeesengroße Arschloch-scheiß-kack-Zyste (gut, dass ich mit 37 Jahren hier so rumtourette)! Jetzt muss ich zwei Wochen warten, um knapp 2 Wochen lang ein Gelbkörperhormonpräparat zu nehmen, damit dieses die Zyste zum Platzen bringt.

Erst die Rennerei mit der Schilddrüse und nu der Mist! Der Mann ist zwar auch enttäuscht, sieht es aber relativ entspannt. Ich hingegen bin der Meinung, dass JETZT der passende Zeitpunkt ist. Ich fange bald wieder an zu arbeiten. Und ich will nicht direkt wieder ausfallen, nur weil wir ein Baby machen wollen.

Und jetzt bin ich auch wieder an dem Punkt, an dem es mich ankotzt nicht wie jeder andere schwanger werden zu können. Was alles an dem ganzen dran hängt…. Ich würde gerne einmal wissen wie es sich anfühlt aus heiterem Himmel schwanger zu werden ohne diesen Mist mitmachen zu müssen.

Aaarrrrrrgh! Jetzt kommt wirklich mein ganzer Missmut hoch. Es tut mir leid. Aber ich bin gerade wirklich sehr gefrustet. Weiß mein Körper denn nicht, dass ich für so einen Mist keine Zeit habe?

Und ich glaube ja auch, dass wenn wir es nächsten Monat anpacken, wird der Versuch fehlschlagen. Das liegt an dem Monat. Als wir es das letzte Mal in Juni versucht haben, hat es nicht geklappt. Genauso wie unsere Januarversuche relativ gleich verliefen.


Die Zyste ist verschwunden und mittlerweile ist der dritte Stimulationstag. Es ist irgendwie alles anders. Ich bin nicht im Flow.😂 Mein Kopf ist so weit weg von diesem Versuch, dass alles irgendwie nebenher läuft. Ich kann nicht mal gedanklich zu meinen Eierstöcken. Ja, es hört sich bescheuert an. Aber bei der Schildkröte habe ich visualisiert und seit dem glaube ich, dass es hilft.😅 Das liegt aber auch an dieser vermaledeiten Hashimoto-Sache. Die nimmt zu viel Platz ein. Bevor ich wusste, dass ich das habe ging es mir besser. Ich lass mich aber auch immer von solchen Sachen gerne überrennen.🤦🏼‍♀️ Das kann ich leider nicht abstellen.

Ich habe Angst, dass nicht viele Eizellen entstehen. Und ich habe mal wieder Angst, dass es nicht klappt. -Überraschung!😅 Nun gut. Was soll’s?! Let’s see what happens!


Ein kleiner Einwurf: bei dem Aufwand muss es klappen! Es muss sich lohnen, dass ich dieses WE auf Alkohol verzichte!!!


4 Follikel! Nur 4 verdammte Follikel nach drei Tagen Stimulation! 😢 Ich glaube nicht, dass es dieses Mal klappt. Bei der Schildkröte hatten wir zwar auch Startschwierigkeiten. Aber ich glaube das hier ist anders gelagert. Ich glaube tatsächlich, dass es mit der Schilddrüse zusammenhängt. Meine Werte sind nicht in allen Punkten optimal und ich glaube, dass das eine große Rolle spielt.


2. Kontrolltermin. Ich konnte insgesamt 7 Follikel sehen. Die Ärztin sagt 3-5 könnten was abwerfen. Ich habe ja noch die stille Hoffnung, dass wie bei der Schildkröte ein Wunder geschieht und bis zur Punktion in 3 Tagen noch ein paar Eier hinzu kommen. Damals waren es erst 6 Follikel. Beim 3. Kontrolltermin waren es 11 und zum Schluss konnten 13 Eizellen entnommen werden. Schickt Stoßgebete zum Himmel! Ich tu es auch!


Ich habe nochmal nachgeschaut wie es bei der Schildkröte war. Damals hatte ich zwei Tage mehr zum Stimulieren. Ist halt die Frage, ob es die zwei Tage gebracht hätten. Fakt ist, es sind wenig Follikel und so viele Eizellen werden nicht bei rum kommen. Meine Schilddrüse ist nicht gut eingestellt und ich stelle generell in Frage, dass der Versuch erfolgreich sein wird.


Punktionstag. Ich weiß nicht was ich bin. Auf jeden Fall bin ich hungrig. Was meine Erwartungen oder mein Bauchgefühl angeht…puh…keine Ahnung. Wir werden sehen, was am Ende bei rumkommt

Mir geht es mies. Aus 8 Follikeln konnten 4 Eizellen gewonnen werden. 3 sind reif, 1 muss nachreifen. Es ist niederschmetternd. Es sind eh schon wenige. Und die müssen auch noch befruchtet werden. Die Möglichkeit einer Nullbefruchtung besteht immer. Ich glaube tatsächlich, dass alles umsonst war. Der Mann versucht mich aufzubauen und sagt wir hatten immer befruchtete Eizellen. Und er sagt, er glaubt noch immer, dass es klappen wird. Da ist er der einzige von uns beiden.


Heute Morgen um 8.15 Uhr ruft das Labor an. Der Mann telefoniert mit ihnen. 3 Eizellen sind befruchtet. Die 4. hat es nicht geschafft. Morgen um 8.30 ist Transfer. Nun wollen wir mal hoffen, dass ich mir unnötig Gedanken gemacht habe wegen meiner Schilddrüsenwerte und dass alles gut geht!🤞🏻


Erneuter Familienausflug zum Eizelltransfer. Es werden 2 Vierzeller in meiner Gebärmutter freigelassen. Back to the roots. Jetzt heißt es hoffen, dass sie es bei mir kuschelig finden und bleiben.


Jetzt müsste sich was eingenistet haben. In 1 Woche wissen wir mehr….


Es ist faszinierend. Die ganze Woche war ich ruhig und entspannt. Habe eigentlich kaum an die Eizellen gedacht. Und dann kommt der Tag, an dem die sich spätestens einnisten sollten. Und – Zack! Ab da macht man sich wahnsinnig. 🙈😅


Ja, ich weiß. Ich schreibe es jedes Mal! „Ich merke nichts! Ich habe keine Anzeichen!“ Aber dieses Mal ist es tatsächlich so. Ich hatte ein paar Tage nach dem Transfer das Gefühl, es könnte sich was eingenistet haben. Eigentlich war ich mir 100%ig sicher. Ich hatte hin und wieder Seitenstiche. Gestern war mir sogar eine Zeit lang richtig übel. Aber gestern hatte ich auch so latente Kopfschmerzen. Die blieben auch trotz Ibu über Nacht bis heute Morgen. Nachdem ich dann heute Morgen die zweite Ibu genommen habe, sind diese irgendwann verschwunden. Aber sonst ist nix! War nix! Meine Brüste sind wie immer. Zwischendurch wohl mal ein leichtes Ziehen in der linken Seite. Aber nicht dass ich sagen würde „Jap! Das überzeugt mich.“ Den Test habe ich natürlich schon gekauft. Einen, den man 5 Tage vor ausbleiben nutzen kann. Wenn er positiv ist, ist er positiv. Wenn nicht, kann es trotzdem noch in den nächsten Tagen ein positiv werden. Denn: „99% Sicherheit ab Fälligkeit.“ Heute ist Transfer +8 und wenn ich in einer Prüfung wäre, würde ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen, ich falle durch.


Schwanger! An Transfer +9. Ich habe fest damit gerechnet, dass der Test negativ ist. Aber so richtig freuen können wir uns nicht. Im Januar war es ja auch nur schwach positiv. Da ich dieses Mal einen digitalen Test gemacht habe, wissen wir nicht, ob es eindeutig ist. Also warten wir weiter.

Ich möchte mich im Übrigen bei diversen Freunden entschuldigen, dass ich sie dreist angelogen habe. Auch wenn sie recht hatten mit ihrer Vermutung. Aber ich mag in diesen Zyklen halt nicht, dass es andere wissen. Wenn wir was zu erzählen haben, dann erzählen wir es auch. Nicht eher.😉


Ich habe heute (Transfer +10) einen weiteren Test gemacht, da ich wirklich null Anzeichen habe. Gut, heute war mir etwas komisch, was aber auch am Wetter und Kreislauf liegen kann. Trotzdem fühle ich mich so unschwanger wie man sich nur fühlen kann. Also habe ich heute Mittag einen weiteren Test gemacht. Und da ich etwas gestört bin, weiß ich, dass ich noch weitere Tests machen werde (bei der Schildkröte waren es 4). Warum ich das mache? Zunächst um mich zu beruhigen. Aber auch, um zu kontrollieren, ob der hCg-Wert steigt oder sinkt und ich so weiß, ob es sich wieder verabschiedet.

Morgen muss ich auf jeden Fall einen Termin machen, um meine Schilddrüsenwerte überprüfen zu lassen. Bei dem ganzen (halb)Wissen, was ich jetzt über die Schilddrüse bzw. Hashimoto habe, war es doch recht fahrlässig von mir wie ich durch die Schwangerschaft mit der Schildkröte marschiert bin. Ich habe nur einmal zu Anfang die Werte überprüfen lassen, aber auch nur, weil ich zur Kur gefahren bin und die Klinik aktuelle Werte haben wollte. Eigentlich soll man das regelmäßig in der Schwangerschaft machen. Auch die Antikörper müssen wohl regelmäßig gecheckt werden. Aber woher soll man das denn wissen, wenn man nicht mal wirklich Kenntnis von der Erkrankung hat. Ich hoffe nur, der Schildkröte hat es nicht geschadet.🙈 Das könnte ich mir nicht verzeihen.

Und dann war ich heute noch an meinem neuen Arbeitsplatz. Nicht mehr 45 Minuten Autofahrt, sondern nur noch 2 Minuten mit dem Rad. Ich habe jetzt ein schlechtes Gewissen. Denn, sollte es mit der Schwangerschaft gut gehen, dann tut es mir um die Kollegen leid, die die ganze Pangelei mit der Einarbeitung mit mir haben. Und dann muss wieder jemand für die Stelle gesucht werden, was wohl eh schon nicht so einfach war (wie hätte ich sie sonst nach Ablauf der Bewerbungsfrist bekommen können?)


Ok, ich schwöre, es ist der letzte Test, den ich mache! In zwei Tagen ist der Bluttest.


Morgen ist der Bluttest. Und ich bin nervös. Auch wenn ich in den vergangenen Tagen 5 Tests gemacht habe und alle positiv waren, traue ich dem Braten noch nicht ganz. Ja, es liegt an den Anzeichen. Mal sind ganz leicht welche da und am nächsten Tag sind sie weg. Und es liegt auch an den Erfahrungswerten. Nach 3 ICSIs und 2 Kryos streunt hier 1 Kind rum, es gab 1 Fehlgeburt und -wie ich heute gelernt habe- 1 biochemische Schwangerschaft. Und ich weiß auch einfach nicht mehr wann ich bei der Schildkröte welche Anzeichen in welcher Intensität hatte. Es wäre schön, wenn es jetzt 100%ig klappen würde. Dann müsste ich all das Drumherum nicht nochmal mitmachen.


Heute war der Bluttest. Wir haben mal wieder einen Familienausflug daraus gemacht und sind danach noch Frühstücken gegangen.

Als ich die Praxis betrete kommt mir eine Mitarbeiterin entgegen und fragt im zweiten Atemzug mit einem einfachen „Und?“ ob ich schon getestet habe und wie es ausgefallen ist. Ich sage, der Test vor zwei Tagen sei positiv gewesen, dass ich aber dem Braten auch nicht traue. Sie lächelt zuversichtlich und sagt: „Na, wenn unser Test jetzt positiv ist, dann ist es erstmal positiv!“

Nach 15 Minuten Wartezeit empfängt mich die nächste Mitarbeiterin im Labor, lächelt mich an und sagt: „Das sind doch schon mal gute Nachrichten.“ Dann nimmt sie mir Blut ab und sagt, dass das Ergebnis in 2 Stunden da ist.

Wieder zuhause rufe ich nicht direkt an. Ich warte noch kurz, mache die Wäsche und lasse die Schildkröte am Planschbecken pröddeln. Als ich mit der dritten Mitarbeiterin heute spreche, teilt sie mir mit, dass der Test positiv ist. Alle Werte sind schön, der hCG-Wert liegt bei 2175. „Sie sind richtig schön schwanger!“ Wir vergleichen noch kurz die Werte von vor 2 Jahren, als ich mit der Schildkröte schwanger wurde und machen dann einen Termin für nächste Woche.

Na, dann mal weiter Daumen drücken.


Ich kann mir einfach nicht helfen. Es beunruhigt mich weiterhin, dass ich keine Anzeichen habe. Keine Ziehen im Unterleib und/ oder in den Seiten oder randalierende Brüste. Selbst das flaue Gefühl vormittags hat mich heute verlassen. Ich weiß nicht mehr wann es bei der Schildkröte anfing. Aber ich meine, dass ich damals zum jetzigen Zeitpunkt mehr gemerkt habe. Mich verlässt auch nicht die Angst, dass es mich jetzt wieder verlässt. Oder vielleicht später. Das hört wohl nie auf.


In 3 Tagen ist der erste Ultraschall in der KiWu. Bitte lass etwas zu sehen sein. Bitte lass alles in Ordnung sein! Bitte gib mir keinen Grund nach Montag jemals wieder in die Praxis zurückkehren zu müssen!


In einer halben Stunde geht es los. Termin in 1,5 Stunden. Ich bin sehr aufgeregt. Und ich habe gerade noch eine Freundin angelogen. Entschuldigung dafür! 😬✌🏻 Aber es kam so rausgeschossen.

Also, heute ist 5+3. Man konnte eine Fruchthöhle sehen, die 10,1 mm groß ist. Die Ärztin sagt für eine sichtbare Herzaktivität sei es jetzt noch zu früh. Bei der Schildkröte war es an 5+5, als die Herzaktivität zu sehen war. Also noch eine Woche warten. Ich bin mir nicht sicher, ob schon ein Dottersack zu sehen war. Die Ärztin hat nichts gesagt. Aber mein Laienauge meint einen entsprechenden Schatten erkannt zu haben.

Ich wäre beruhigt gewesen, wenn es wie bei der Schildkröte gewesen wäre. Beim ersten Versuch hat man beim ersten US nur eine kleine Fruchthöhle gesehen. Beim zweiten eine Fruchthöhle mit Dottersack und beim dritten, dass es eine Mole war. Jetzt ist es vielleicht irgendwas dazwischen.


Der hCG-Wert liegt bei 21367!


Heute ist es wieder so weit. Heute habe ich wieder einen Termin in der KiWu. Ich fahre alleine. Das Arbeitsleben hat mich wieder. Betet, dass alles gut ist!


Nachdem gestern eine Herzaktivität bei einem super hCG-Wert festgestellt wurde, sitze ich heute wieder im Wartezimmer der KiWu. Heute Morgen hatte ich -warum soll auch alles glatt laufen- Schmierblutungen. Mein Unterleib arbeitet und so langsam frage ich mich, ob es von der Ausdehnung kommt oder eher daher, dass sich der Zellklumpen verabschiedet. Ich weiß gerade nicht, ob ich ruhig bleiben oder heulen soll. Bei der Schildkröte hatte ich ja auch zwei Wochen diese Problematik. Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass man das Herz schlagen sieht und nicht mal 24 Stunden später die Hormone so abfallen, dass ein Abbau der Gebärmutterschleimhaut im Gange ist?

Kleines Update: es ist alles in Ordnung. Das Herz schlägt. Ich soll mich schonen und Magnesium nehmen. Zum Schonen wurde mir eine AU ausgehändigt, die ich aber nicht nutzen werde, da ich seit nicht mal einer Woche erst wieder arbeite. Das kann ich einfach nicht bringen. Zumal ich das Gefühl habe, ich sei der Heiland persönlich, der eingekehrt ist, um die Rettung zu bringen. Ich habe eine Stelle übernommen, die ein halbes Jahr nicht besetzt war. Sie wurde zwar mit Springern abgedeckt. Aber mein Kollege betont immer wie froh er ist, dass ich endlich da bin.Gut, dass nicht von Anfang Druck aufgebaut wird. Und sollte alles gut gehen, dann werde ich bald die meist gehasste Person sein.🙈


Termin beim Gyn. Ich fühle mich nicht gut. Mein Unterleib arbeitet. Wenn alles gut ist, bekomme ich heute den Mutterspass. Schauen wir mal…

Alles gut. Der Mutterpass wurde ausgefüllt und spaziert jetzt immer mit. Ich soll mich wegen der Zyste, aber auch wegen der Schmierblutungen aufpassen und es nicht übertreiben.


Letzte Nacht waren der Lieblingsmann und ich im Krankenhaus. Ich war tagsüber unterwegs und als ich nach Hause kam hatte ich Blutungen. Im Krankenhaus um die Ecke wurden wir weggeschickt, weil der diensthabende Arzt wegen so etwas nicht raus kommen wollte. Wir sollten entweder in die nächste Klinik fahren oder morgens um halb zehn wieder kommen. Er könne jetzt eh nix machen. Die Nachtschwester in der Notaufnahme hat uns geraten ins nächste Krankenhaus zu fahren. Da würde man definitiv schauen, ob alles ok ist. Also sind wir gefahren. Im zweiten Krankenhaus hat man uns nicht so abgefrühstückt und sich auch Zeit genommen. Auch dieses Mal hat man gesehen, dass das Herz brav weiter schlägt. Die Ärztin sagt, ich solle mich schonen und hat auch angeboten, ich könne im Krankenhaus bleiben. Ich habe das Angebot ausgeschlagen. Ich kann auf der Arbeit nicht ausfallen. Jetzt liege ich schon den ganzen Tag im Bett und hoffe, dass es nichts ausmacht, wenn ich ab morgen wieder ganz normal arbeiten gehe und mich nachmittags hinhaue.


Ich habe Angst. Ich habe richtige Angst, dass das nach hinten los geht. Die letzten Tage war es wirklich so, dass ich vormittags arbeiten war und nachmittags lag ich im Bett. Die Schmierblutungen werden aber nicht wirklich weniger. Keine Ahnung, ob ich mir das einbilde, aber ich glaube, dass diese typischen Schwangerschaftsanzeichen auch weniger werden. Auch wächst der Embryo zu langsam. Die Ärztin im KH hat so Andeutungen gemacht. Heute bin ich wegen der Schildkröte zuhause geblieben, weil er nicht fit ist. Dafür bleibe ich zuhause! Aber nicht, wenn mir unterschiedliche Ärzte raten, ich solle mich schonen. Was ist mit mir nicht richtig?


Der Embryo ist in 6 Tagen nur 1,5mm gewachsen. Das ist zu wenig. Auch wenn sich der eine oder andere Arzt vermessen hat, ist das zu klein. So ein Embryo soll im Schnitt 1mm pro Tag wachsen. Der Embryo hätte also bei der letzten Messung knapp 10mm haben müssen und nicht nur 6mm. Die Schmierblutungen werden zwar weniger, aber die Schwangerschaftsanzeichen auch. Mich macht das wahnsinnig! Wenn dann soll es jetzt gehen! Ich mag nicht mehr. Der nächste Gyn-Termin ist in 3 Wochen! So lange kann ich doch nicht mehr warten. Selbst wenn ich die nächsten Tage hin wollte, ginge es nicht, weil sie im Urlaub ist. Und zu Vertretung gehe ich nicht, weil das mein alter Gyn ist, der im übrigen die nächtliche Untersuchung vor 1 Woche verweigert hat.


Erneuter Gynbesuch. Ja, ich weiß! Ich bin ein Nervenbündel. Aber die Schmierblutungen sind wieder mehr geworden. Da hab ich Panik bekommen. Ich war bei einer anderen Vertretung meiner Gyn. Die war gut. Es hat sich herausgestellt, dass ich ein Hämatom habe. Wo das genau sitzt, weiß ich nicht. Ich war nur glücklich, dass mit dem Klumpen alles gut ist. Der Klumpen ist ordentlich gewachsen. 2,28 cm misst er jetzt. Und was das Hämatom jetzt bedeutet? Strikte Ruhe! Kaum Bewegung! Also diese Woche AU! Und nächste Woche entscheidet meine Gyn wie es dann weiter geht, sollte ich noch weiterhin Schmierblutungen haben.


Die Schmierblutungen sind weniger geworden. Also bin ich wieder arbeiten gegangen. Ich hatte sogar einen Tag Ruhe. Und dann sind sie wieder leicht aufgetaucht. Jetzt sind es es bald 4 Wochen, dass ich damit rumrenne. Da es mich mürbe macht und auch ständig Angst dabei ist, gehe mal wieder außer der Reihe zum Gyn. Sie untersucht mich. Alles ok. Fötus ist 3,2 cm groß und die Schmierblutungen sind im Rahmen. Das Hämatom scheint weg zu sein. Dennoch schreibt sie mich eine weitere Woche krank. Mein Chef ist der Meinung, dass ich von der Schwangerschaft erzählen soll. Es sei für alle Beteiligten einfacher. Entgegen meines Wunsches noch ein paar Wochen zu warten, bis wirklich alles relativ sicher ist, bin ich gezwungen Ende der 10./ Anfang der 11. Woche die Schwangerschaft öffentlich zu machen.

Ich hoffe es geht alles gut. Drückt die Daumen!