1 Jahr

Das war er also, der erste Geburtstag der kleinen Schildkröte. Wahnsinn wie schnell das letzte Jahr vergangen ist. Und das obwohl es nicht wirklich möglich war viel zu unternehmen und die Masse an besonderen Erinnerungen zu sammeln.

Bei der U6 haben wir festgestellt, dass sie ca. 1kg schwerer, aber auch 4 cm größer ist als die große Schildkröte zum selben Zeitpunkt. Dann wollen mir mal schauen wie hoch hinaus sie in Zukunft noch will.

Seit dem sie 8 1/2 Monate alt ist krabbelt sie. Mittlerweile hat sie es so perfektioniert, dass man nur noch Staubwolken sieht, wenn sie an einem vorbeiflitzt. 💨 Allerdings scheint sie seit einigen Wochen umsatteln zu wollen. Zwischendurch geht sie einige Schritte ohne sich irgendwo festzuhalten. Heute hat sie sogar 2 Meter geschafft. Unsere kleine wird groß.

Und morgen habe ich meinen ersten Arbeitstag. Irgendwie fühlt sich das komisch an. Die kleine Schildkröte ist einfach mal ein halbes Jahr jünger als die große, als ich vor 1 1/2 Jahren wieder angefangen habe zu arbeiten. Damals war es passend. Ich konnte der großen Schildkröte auch nichts mehr bieten. Aber der kleinen fehlen zum Beispiel alle Erfahrungen, die sie unter Nicht-Corona-Bedingungen gesammelt hätte. Es soll nicht heißen, dass ich mich nicht auf die Arbeit freue. Gott, ich freue mich riesig. Ich muss dringend was anderes sehen. Aber irgendwie fühlt es sich von ihrer Entwicklung ausgehend zu früh an.

Und zu guter Letzt: Corona! 1 Jahr Corona! Ich kann es nicht mehr ertragen. Ich hatte mich an diese Situation eigentlich gut gewöhnt. Und dann kamen die Mutationen aus England, Brasilien und Südafrika zu Besuch und haben sich überlegt einfach mal mieser zu sein, als die Ursprungsform. Endzeitstimmung macht sich also breit. Ich habe Angst um die Kinder, um uns. Wie lange sollen wir das noch ertragen? Dieser Mist-Virus! Gott sei Dank sind wir alle noch verschont geblieben. Aber Corona-Depressionen habe ich jetzt. Und da ich noch stille, kann ich den Frust nicht mal hin und wieder runterspülen. 😂

Da der Wecker morgen früh klingelt und ich tatsächlich aufstehen muss, sage ich nun „Gute Nacht“.

So und nicht anders

Ich habe ernsthaft in Erwägung gezogen den Blog auf Eis zu legen. In den vergangenen 12 Monaten gab es kaum erfreuliches, über das ich geschrieben habe. Es war viel negatives, viel Gejammere. Und wer will das schon lesen? Dennoch ist das mein Leben. Mein Leben beinhaltet all diese Dinge, die hier geschrieben wurden. Die schönen, wie auch die hässlichen. Ich versuche mich trotz allem auch mal wieder auf die schönen und alltäglichen Dinge, die nicht dramatisch sind oder traurig machen, zu konzentrieren.

Also hier mein Versuch!

Ich habe noch nicht über die zweite Schildkröte geschrieben (außer über die Geburt). Aber das ändere ich genau jetzt.😊

Die zweite Schildkröte ist nun 6 Monate alt. Ich habe leider versäumt den halben Geburtstag mit ihr so zu feiern wie ich es mit der großen Schildkröte gemacht habe. Aber vielleicht hole ich das noch nach. Seit gut 4 Wochen hat sie ihren ersten Zahn und der zweite gesellte sich auch rasch dazu. Stillen ist seitdem ein großes Abenteuer. Die große Schildkröte hat mich zwar auch gebissen (und das manchmal sehr schlimm), aber nicht so häufig. Bei der kleinen Schildkröte kann ich davon ausgehen, dass es bei jeder Mahlzeit passiert und das jede Brust attackiert wird. 🙈

An Abstillen denke ich trotzdem nicht. Irgendwie ist es noch nicht so weit und außerdem läuft es nicht so mit der Beikosteinführung. Sie will zwar essen, aber keinen Brei. Und die Nahrungsaufnahme nach dem Prinzip „Baby led weaning“ verträgt sie nicht. Das macht ihre Verdauung nicht mit. Da muss ich mir also noch was überlegen.

Getauft wurde sie vor drei Wochen. Zu diesem Anlass mussten die Omas Kleidung kaufen, obwohl ich gesagt habe, dass sie genug hat. Aber wie war das mit dem geschenkten Gaul? 😄 Jetzt ist sie passend zum Herbst neu eingekleidet. Die Taufe war ganz schön. Kurz und locker. Der Pastor ist selber recht entspannt und das hat alles zu einer entspannten Taufe gemacht. Danach Mittagessen und Kaffee und Kuchen im engen Coronakreis.

Sie wird immer agiler und niedlicher. Wobei sie schon etwas langsamer ist, als die große Schildkröte damals. Ich versuche sie jetzt mehr zu animieren. Vielleicht liegt es auch an den Stoffwindeln, die sie trägt. Die sind doch recht breit (wie eine Spreizhose) und hindern sie schon ein bißchen. Wenn sie mal eine Pampers an hat, ist sie gleich viel beweglicher.

Geimpft wurde sie auch schon. Allerdings gegen meinen Willen. Der Mann ist mit ihr zu U4 gefahren und hatte den Auftrag sich zu erkundigen wie es mit Impfungen zu Coronazeiten ist. Er kam wieder und sie war geimpft. Ich war etwas sauer, da ich sie nicht unter 6 Monaten impfen lassen wollte. Bei der U5 wog sie tatsächlich 10 kg und war 70 cm groß. 😳

Diese Woche hat sie nun auch das 3-Tage-Fieber von ihrer To-do-Liste streichen können. Gerade liegt sie schlafend wie ein Streuselkuchen gepunktet auf meinem Bauch.

Und die große Schildkröte? Der macht sich ganz gut. Allerdings befindet er sich gerade in einer Phase, die mich etwas verzweifeln lässt. Er war ja schon immer ein charakterstarkes Kind. Aber zur Zeit (auch schon ein paar Monate) können wir sagen was wir wollen – es hat den selben Effekt, als würden wir nichts sagen. Manches lässt mich verzweifeln, weil ich nicht weiß woher er es hat und wie wir es aus ihm raus kriegen. Er testet seine Grenzen. Ich habe den Eindruck er reizt es bei mir besonders aus, weil er weiß, dass ich körperlich nicht so viel darf, wie andere.

So. Mehr gibt es zur Zeit nicht. Reicht ja auch.😉

Vom Umtausch ausgeschlossen

Wusstet ihr, dass es speziell ausgebildete Physiotherapeuten gibt, die sich mit der Beckenbodenproblematik auskennen? Die tasten auch nach dem Beckenboden. Besser als jeder 08/15-Gyn. Da geht man hin, wenn man Probleme mit Inkontinenz oder Senkungen hat. Wusste ich vorher auch nicht. Da hat mich meine Hebamme drauf gebracht. Bzw. dass es speziell ausgebildete gibt, habe ich aus der Gruppe bei Facebook. Das ist eine Gruppe von Betroffenen, die teilweise schon weiter in ihrer Odyssee sind und den anderen, die noch am Anfang stehen, unter die Arme greifen.

Ich hatte mich, nachdem ich davon erfahren habe, um Physio bemüht. Bei der ersten Untersuchung sagte sie mir, dass auf einer Seite ein Abriss sein könnte. Nachdem ich nun bei Arzt Nr. 5 war, weiß ich, dass da noch Muskel ist. Bzw. er sagte, es sei kein Abriss vorhanden, da meine Organe gleichmäßig runterkämen. Den Muskel hat er nicht untersucht. Es gibt verschiedene Untersuchungen, mit denen man das herausfinden kann (Ultraschall, tasten, MRT).

Am nächsten Tag hatte ich wieder einen Termin bei meiner Physio und sie hat dann 9 Wochen nach der ersten Untersuchung noch mal geschaut, wie und ob sich was unter den Übungen entwickelt hat. Sie konnte nun zumindest Muskelgewebe ertasten, wo sie vorher ein Fragezeichen notiert hat. Jetzt ist die Frage (meine Physio konnte das auch nicht beantworten), ob der Muskel platt geklopft ist wie ein Schnitzel oder ob bei der Geburt der ersten Schildkröte tatsächlich ein Teil abgerissen wurde.

Ich bin mittlerweile bei Arzt Nr. 6 gewesen. Ein Teil des gesamten Muskelgeflechts ist mittendrin atrophiert. Er konnte nicht sagen, ob er abgerissen ist, da er kein bildgebendes Verfahren genutzt hat. Er hat mir nun 6 Monate EEMA verschrieben, um zu schauen, ob sich der Teil wieder aufbauen lässt. Ich persönlich glaube, dass der Teil ab ist. Was meine Senkungen betrifft- tja, die lassen sich nicht verbessern. Er sagte im besten Fall bleiben sie mit aller Arbeit auf dem jetzigen Stand. Die Aufhängungen, durch die die Organe gestützt werden, sind entweder gerissen oder gelockert. Ich bin also offiziell kaputt und nur noch Mangelware. Da sagt man eine Geburt sei das natürlichste auf der Welt und was passiert? Nach der Geburt hat man im Inneren ein Schlachtfeld, was dazu führt kein normales Leben mehr führen zu können. Ich kann mich nicht um meine Kinder kümmern, wie ich es sollte und will. Ich kann mich nicht um den Haushalt kümmern oder um die banalsten Dinge. Danke Schicksal, danke Karma!

Das blöde ist: es gibt keine offizielle Beschwerdestelle. Keine Service Hotline, bei der ich anrufen und sagen kann „Das war so nicht abgemacht. Ich wollte ein heiles Muttileben und keins, in dem ich körperlich stark eingeschränkt bin. Das habe ich so nicht bestellt.“, kann keinen Anwalt engagieren, der mein Recht auf Umtausch einboxt. Ich muss mit der Scheiße leben – ob ich will oder nicht.

Liebes Schicksal,

es gibt da etwas, was ich dir sagen möchte. Ich bin so sauer auf dich! Warum hast du mich ausgesucht? Habe ich ganz laut „Hier“ geschrien, als du den Mist verteilt hast?

Nicht nur, dass du mir kurz nach dem Honeymoon eine Depression verpasst hast. Nein, es musste auch noch die ungewollte Kinderlosigkeit sein. Die haben wir glücklicherweise medizinisch ausgetrickst. Hat dich das angefressen? Warst du darüber wütend?

Du hast mir eine CED verpasst, die mir vorzeitige Wehen, Weihnachten im Krankenhaus und ein trauriges Kind beschert hat. Und jetzt nach der zweiten Geburt habe ich was? Organsenkungen! Warum? Die Befürchtung liegt nahe, dass bei der Geburt der skandinavischen Schildkröte ein Teil des Beckenbodens abgerissen ist. Ich will mich irren, so unbedingt. Aber da ist leider nicht viel Raum für einen Irrtum.

Anstatt mit der großen Schildkröte zu spielen, die kleine zu tragen, ausgedehnte Spaziergänge zu machen, lebe ich auf dem Sofa und bin todtraurig. DU HAST MIR MEIN LEBEN GENOMMEN!!! Ich bin keine 40 Jahre alt und darf nicht laufen, springen oder wild sein. Ich darf meine Kinder nicht tragen. Ich darf keine 100% Mama sein! Ich habe den Körper einer 70-jährigen. Wie soll es bloß werden, wenn ich erst in dem Alter bin? Mein größtes Problem sollte es jetzt sein, dass Corona die Aktivitäten einschränkt. Oder dass die kleine Schildkröte mehr spuckt, als die große es getan hat. Ich sollte Luxusprobleme haben.

Schicksal, du bist ein verf****es Arschloch! Warum zur Hölle ich? Ich weiß, es geht immer schlimmer. Ich weiß, andere sind schlimmer dran. Aber DAS ist gerade für mich das Schlimmste! Es zerreißt mich von innen. Und wenn meine wunderbaren hübschen Kinder nicht wären…

Was kommt als Nächstes? Oder bist du mit mir jetzt fertig?

Liebes Schicksal, lass mich bitte in Ruhe. Go and f*** yourself!

Der Sprint

T-1

Hä – wat bin ich frustriert. Heute Morgen war ich zur Akupunktur bei meiner Hebamme. Gegen Mittag hatte ich dann das Gefühl, da ist was im Busch. Um 15.00 Uhr waren wir dann im Kreißsaal. Regelmäßige Wehen, aber die Wehen noch ganz entspannt weggeatmet. Ultraschall, Kaffee trinken, Spaziergang. Und die Wehen wurden nicht wilder. CTG zeigte leichte Wehen. Untersuchung nach Schichtwechsel am Abend ergab Muttermund hat sich nicht weiter geöffnet. Tja…es hat sich also nix getan. Jetzt bin ich hier über Nacht im KH und schaue was passiert. Ich wäre lieber zuhause. Die Schildkröte ist krank und ich mag dann auch nicht gern weg sein. Vielleicht werden die Wehen ja noch mehr. Oder ich bekomme noch ne Mütze voll Schlaf.

T-0

Alter Schwede! Was war das denn? Um 0.20 Uhr muss ich nach der Schwester klingeln, weil ich innerhalb von 1 Minute zwei starke Wehen hatte. Um 0.30 Uhr habe ich den weltbesten Ehemann aus dem Kreißsaal angerufen. Zwischendurch fragte die Hebamme, ob es schlimm sei, wenn der Mann nicht dabei ist und ob ich nochmal anrufen möchte, um zu fragen wo er gerade ist. Telefonieren konnte ich nicht mehr, war aber auch der Überzeugung, dass er bald da sein würde. Um ca. 0.58 Uhr ist die Fruchtblase geplatzt, 2 Minuten später war der Mann da. Kurz darauf kam der Arzt. Und um 1.12 Uhr hat die zweite Schildkröte vor sich hin geschrien. Das war kein Marathon. Das war ein Sprint! Keine PDA – kein Meptid. Alles vollkommen frei von Drogen. Und das nicht, weil ich nicht wollte. Nein, nein – ich hab schon gebettelt. Aber die Hebamme ist scheinbar kein Freund von Meptid (und es dauert auch wohl 30 Minuten bis es wirkt). Bei der Frage nach der PDA hat sie gelacht und mich darüber in Kenntnis gesetzt, dass es dafür zu spät sei. Ich dachte, ich hätte noch ewig Zeit. Rückblickend betrachtet weit gefehlt.😂

So ist also am 28.02.2020 um 1.12 Uhr ein 50 cm großes und 3020 g schweres Mädchen mit 35 cm Kopfumfang als kleine Schildkrötenschwester (direkt in Corona rein) geboren.

PS: Entbunden hat im Übrigen kein Arzt in Ausbildung, sondern der selbe Oberarzt, der auch schon die Schildkröte auf die Welt gebracht hat.😉

While I‘m waiting

Es ist noch knapp 1 Woche bis zum ET. Und vor einigen Tagen hatte ich den letzten Termin zur Vorsorge vor ET. Während ich 2 1/2 Stunden in der Praxis meiner Gyn verbracht habe, dachte ich darüber nach worüber ich wohl mal wieder schreiben könnte.

Mir fiel direkt das Projekt „Krabbeldecke“ ein. Die Schildkröte hat von meiner Schwester eine selbstgemachte Krabbeldecke bekommen. Giselahorst (ja, der Produktionsname wurde kurzfristig geändert 😄) soll auch eine bekommen, aber niemand hat sich vorab angeboten sie zu nähen. Also hab ich mich ans Werk gemacht zu recherchieren wie man sowas macht. Um es einfach zu gestalten habe ich mich entschieden als Füllmaterial eine klassische dünne Bettdecke aus einem schwedischen Möbelhaus zu verwenden. Da ich aber seit fast 3 Jahren aufgrund von Schwangerschaften und Stillzeiten eine eingeschränkte Hirnleistung habe, ist es mir nicht in den Sinn gekommen eine Bettdecke aus der Kinderabteilung mitzunehmen, sondern habe mich damit abgefunden, dass die Decke 140 x 200 cm groß wird.🤦🏼‍♀️ Und nun sitze ich an dem Projekt „übertrieben große Krabbeldecke“.

Während ich also den Plan hatte darüber zu schreiben, lieferte mir meine Gyn ein weiteres Thema.

Vorab noch die Info warum ich nach der Geburt der Schildkröte einen Arztwechsel forciert habe: mein alter Gyn war menschlich nicht sonderlich gut aufgestellt. Während der gesamten Schwangerschaft hat er sich so ein paar Sachen erlaubt, die mich auf den Gedanken gebracht haben, er könnte für mich der falsche Arzt sein. Als ich ihm dann aber mitteilte, dass ich gerne in einem anderen Krankenhaus entbinden möchte, als in dem, wo er Belegarzt ist, wurde schnell deutlich, dass er sich ungern die Butter vom Brot nehmen lässt und wurde auch genauso schnell unprofessionell. Nicht nur in seinen Äußerungen über das Krankenhaus meiner Wahl, sondern auch in Form eines kleinen übergriffigen, ungefragten und ungewünschten give away, was man nachträglich vielleicht als Gewalt in der Geburtshilfe interpretieren könnte, wenn man es denn so möchte.

Nach der Geburt war ich noch zur Nachsorge bei ihm. Und der nächste Termin war dann bei meiner jetzigen Gyn. Diese ist angestellte Ärztin bei meinem alten Gyn in einer eigenen Praxis. Daher dachte ich, ich gebe ihr mal eine Chance. In der jetzigen Schwangerschaft hat sie Entscheidungen getroffen, die meine alter Gyn nicht getroffen hätte, was mich von ihr überzeugt hat. Außerdem vermittelte es den Eindruck, dass sie schon recht unabhängig arbeitet. Zu Beginn der Schwangerschaft kam auf, wo ich entbunden habe, warum ich dort entbunden habe und auch, dass ich jederzeit dort wieder entbinden wollen würde. Da sie die Info aufgenommen und nicht kommentiert hat, dachte ich, dass sie da entspannt ist.

Dann kam ja die Diagnose CED hinzu und ich habe schnell festgestellt, dass sie da genauso ahnungslos ist wie ich. Was jetzt aber auch nicht dramatisch war, da ich dafür meinen Gastro habe. Es kam der Krankenhausaufenthalt über Weihnachten und dort habe ich gemerkt, dass es (Assistenz)Ärzte in der Gynokologie gibt, die sich schon ein wenig damit auskennen. Eben diese Erfahrung habe ich auch im Krankenhaus unserer Wahl bei der Besprechung der Geburt gemacht.

Ich merke gerade, dass ich sehr viele Nebeninfos einbringen muss, bevor ich zum Punkt kommen kann.🙈 Aber ich habe es gleich geschafft.

Nun benötigt man ja eine Einweisung ins Krankenhaus zur Geburt. Es sei denn dein Gyn ist im Krankenhaus der Wahl Belegarzt. Ebenso benötigt man eine Überweisung zu Vorbesprechung der Geburt. Die Überweisung habe ich ohne weiteres bekommen. Bei der Einweisung hingegen wurde ich auf den nächsten Vorsorgetermin vertröstet. Ich wurde zwar stutzig, habe mir aber auch nichts dabei gedacht.

Dann kam also der nächste Vorsorgetermin und ich wollte die Einweisung mitnehmen, da es ja jederzeit losgehen kann. Die Sprechstundenhilfe teilte mir mit, ich müsse das mit meiner Gyn besprechen. Also sprach ich es an und – fiel aus allen Wolken!

Sie war nicht erfreut darüber, dass ich woanders entbinden will – verständlich. Sie hat auch versucht mich auch noch umzustimmen – auch verständlich. Aber dann argumentierte sie wie mein alter Gyn, dass in „ihrem KH“ nur Fachärzte zugegen wären, was im KH unserer Wahl nicht der Fall wäre. Und wer wolle denn schon von einem Assistenzarzt (oder so wie sie es sagt: „Arzt in Ausbildung“) bei der Geburt begleitet werden (nur komisch, dass die Schildkröte von einem Oberarzt in Empfang genommen wurde). Theoretisch könne sich zwar jeder aussuchen wo er hin möchte. Daraufhin habe ich darauf hingewiesen, dass dies sogar rein praktisch auch der Fall ist und wir eine freie Arztwahl haben. Ich habe sie daran erinnert, dass ich von Anfang an gesagt habe, wo ich wieder entbinden möchte. Worauf sie entgegnete, dass sie dachte, ich würde meine Meinung noch ändern. Irgendwann sagte sie, dass ich die Einweisung nicht bekommen würde. Und mir blieb nur zu sagen „Dann ist das so“. Nach all dem ganzen Hin und Her gab es die Untersuchung und im Anschluss die Besprechung eventueller weiterer Termine. Nächste Woche sei sie nicht im Haus. CTG zum ET sollte aber gemacht werden. Sie wolle einen Termin entweder in der Hauptpraxis oder am Wochenende im Kreißsaal ihres Belegkrankenhauses machen. Ich habe kurzerhand mitgeteilt, dass ich das CTG im anderen KH machen wolle.

Nachdem ich schockiert und sauer war, habe ich eine Nacht darüber geschlafen und nun ein schlechtes Gewissen. Was ja eigentlich absurd ist. Natürlich kann ich verstehen, dass sie möchte, dass die Frauen bei ihr entbinden. Aber ist es nicht auch ein Stück Unprofessionalität die Einweisung zu verweigern? Ich habe mich ja ganz bewusst für die eine Klinik und gegen die andere entschieden. Trotzdem suche ich jetzt den Fehler bei mir, dass ich sauer über ihre Reaktion bin und dass ich mich so entschieden habe.

Ist es jetzt richtig sauer zu sein? Oder lieg ich da falsch?

Nun rückt Geburt Nummer 2 immer näher. Ich bin aufgeregt und habe mehr Angst davor, als bei der Geburt der Schildkröte. Zum Einen, weil ich weiß was auf mich zukommt. Und zum Anderen, weil ich Angst habe, was mich mit der CED erwartet. Die Ärztin im KH sagte nach der Geburt könnte es noch einen Schub geben. Es könne danach aber auch ruhig sein. Da es eine „alles kann, nichts muss“-Krankheit ist, kann wirklich alles passieren. Ich wünsche mir ziemlich stark, dass es sich bei mir um einen Fall handelt, von dem man nichts in Foren liest oder hört. Ich möchte nicht einer dieser Fälle sein, von dem man liest und gar denkt, dass die Person echt arm dran ist. Und glaubt mir – das habe ich schon bei so einigen gedacht.

Und wie immer habe ich ein Problem mit dem Ende des Beitrages.😄 Ich warte dann jetzt mal gespannt auf den Moment der ersten Wehe und darauf, dass dieses Baby gesund meinen Körper verlässt. Bis dahin – rinnjehauen!

Kleiner Nachtrag: in meinem schwangeren Hirn habe ich vergessen zu erwähnen, dass ich direkt nach dem Termin im Kreißsaal angerufen habe. 🙈 Dort hat mir die Hebamme gesagt, dass ich nicht zwingend die Einweisung benötige, es aber einfacher für die Verwaltung ist, da diese sich die Einweisung anders beschaffen müsste. Ich habe es dann bei meinem Hausarzt versucht, da die Hebamme sagte, die Einweisung müssen nicht unbedingt vom Gyn kommen. Und ich habe die Einweisung bekommen. Gleichzeitig habe ich dann noch den Termin zum CTG am ET vereinbart. Was das betrifft, ist also alles gut. 👌🏻

Schwer wird es für mich wieder zu meiner Gyn zu gehen. Ich will nicht schon wieder wechseln müssen. Und bis zu dem Zeitpunkt habe ich mich da ja auch relativ gut aufgehoben gefühlt.

Immer schön den Ball flach halten

Seit Silvester bin ich wieder zuhause. Die Schmerzen sind seit Weihnachten nicht wieder aufgetreten und die Wehen haben danach auch nachgelassen. Allerdings merke ich schon relativ schnell, wenn es zu viel wird. Sobald ich nur annähernd so viel mache wie vor dem Krankenhausaufenthalt, kann ich mindestens die nächsten zwei Tage das Bett hüten.

Die Dosis der Medikamente bleibt in den nächsten Wochen noch auf dem Niveau wie es im Krankenhaus eingestellt wurde, damit die restliche Schwangerschaft ruhig verlaufen kann. Dennoch habe ich Angst, dass trotz der erhöhten Dosis die Beschwerden wieder auftreten.

Ich bin derzeit dabei mich über Kurkuma bzw. die goldene Milch zu informieren. Kurkuma wird sogar in den Leitlinien bei CED genannt, da es eine entzündungshemmende Wirkung hat. Allerdings wird in der Schwangerschaft davon abgeraten, da es die Durchblutung fördert und somit Wehen auslösen kann. Es gibt aber scheinbar Frauen, die es trotzdem in der Schwangerschaft anwenden. Da ich aber schon Wehen hatte, lasse ich lieber die Finger davon und starte nach der Geburt damit.

Ich hatte es auch schon mit Probiotika versucht und hatte auch den Eindruck, dass es dadurch etwas besser wird. Aber dann kamen die Schmerzen. Und jetzt liegen da in unserem Kühlschrank sauteure Probiotika, an die ich mich nicht mehr ran wage, aus Angst, es könnte alles wieder schlimmer werden.

Es schlummert ja auch noch die Hoffnung in mir, dass nach der Schwangerschaft alles wieder vorbei ist und nie wieder auftaucht. So wie z.B. Schwangerschaftsdiabetes. Das wäre so wunderbar. Allerdings habe ich auch von so einigen Frauen gelesen, bei denen die Krankheit auch in der Schwangerschaft ausgebrochen ist und die seit dem regelmäßig Probleme damit haben. Betet, dass dies bei mir nicht der Fall ist.

Neben dem Ganzen bin ich aber auch sehr froh wieder zuhause zu sein. Ich habe den Mann und die Schildkröte sehr vermisst. Den Mann habe ich knapp eine Woche am Stück nicht gesehen, da ihm Heiligabend noch spontan der Blinddarm entfernt wurde und er in einem 50 km entfernten Krankenhaus lag. Und die Schildkröte war durch das alles und vor allem die Krankenhausatmosphäre so irritiert, dass er bei den Besuchen lange nichts von mir wissen wollte. Zum Schluss wurde es besser. Aber erst seit dem ich wieder zuhause bin, ist er wieder ganz der Alte.

Willkommen in Jammerhausen

Es ist der 23.12.2019 und ich befinde mich seit fast 4 Tagen im Krankenhaus. Meine jüngst im August diagnostizierte chronische Darmerkrankung hatte augenscheinlich den Schneid unter Medikamenten schlimmer zu werden (mich aber in dem Glauben gelassen, es wird etwas besser), Krämpfe zu entwickeln und dadurch Wehen auszulösen. Alles Gründe für mich vor Freude in die Luft zu springen. Nicht!

Nicht nur, dass ich diese blöde Krankheit gar nicht haben möchte – es reicht ja scheinbar nicht, dass wir keine Kinder auf natürlichem Weg bekommen können und ich den Hashimotokram habe (wobei der mich eher weniger einschränkt) – nein, sie muss auch noch so verlaufen, dass sie sich nicht mit dem „Goldstandard Medikament“ in den Griff bekommen lässt, obwohl es anfangs ganz gut aussah. Und sie führte dazu, dass ich mit täglichen Schmerzen und anschließenden Wehen kurz vor Weihnachten im Krankenhaus gelandet bin. Nun wurde die Medikation schon seit Tagen um das 3fache erhöht. Zeitweise gibt es eine Besserung. Aber auch nur zeitweise. Ich weiß nicht was die Schmerzen auslöst. Und ich weiß auch nicht warum es nicht langsam einfach mal besser wird. Ich überlege schon, ob es vielleicht mit dem Essen zusammenhängt. Aber nicht essen geht auch nicht. Und wie gesagt: es gibt auch Zeiten, in denen ich auch nach dem Essen keine Beschwerden habe. Außerdem war das Essen vorher auch kein Problem.

Ich meine – ich bin in der 31. Woche! Ich kann doch jetzt nicht Wehen haben. Was bildet sich diese scheiß Krankheit ein mir mein Leben so zu versauen? Die Lungenreifung ist noch nicht abgeschlossen. Ich möchte wieder stillen. Und ich will keine Angst vor der Geburt haben müssen, nur weil da eine ungebetene Krankheit eine fette Party in meinem Körper schmeißt.

Zudem kann ich an Weihnachten nicht zuhause sein. Es ist generell schlimm nicht zuhause zu sein. Ich vermisse den Mann und die Schildkröte.

Ich möchte einfach nur in den Ursprungszustand zurückgesetzt werden. So wie ich geschlüpft bin. Gesund. Und kommt mir jetzt nicht mit Akzeptanz. Bringt mir einen Wunderheiler, der das durch Handauflegung schafft!

🎶 Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir 🎶

Die letzten Wochen waren nicht unbedingt die besten. Daher will ich mich auf schöne Dinge konzentrieren.

Ich bin jetzt in der 25. Woche. Dem Kind geht es scheinbar gut. Das Organscreening ist gut verlaufen. Alles schön und super entwickelt, keine Auffälligkeiten. Wir kennen jetzt auch das Geschlecht. 😊 Und wir werden es wieder nicht verraten (obwohl der Mann das deutlich lockerer sieht als ich).😄

Nun geht es an die Namensfindung. Es soll ein nordischer/ skandinavischer Name sein. Er soll ja auch zum Namen der Schildkröte passen. Aber auch nicht zu lang, denn wir haben einen langen Nachnamen. Da passen weder Mercedes, noch Diego, Klaus-Dieter oder Bärbel. Also, wenn euch etwas gutes bzw. passendes einfällt, dann mal her damit. Ich bin für Vorschläge offen.😅 Der Produktionsname lautet auf jeden Fall Grisella-Horst. Ist nach Örsela-Horst nicht gerade der einfallsreichste Produktionsname. Aber mit „-Horst“ bleibt er in der Namensfamilie.😅

Nächste Woche findet der erste Laternenumzug für die Schildkröte statt. Wie soll’s auch anders sein: Mutti ist aufgeregt.😅 Die Schildkröte hat seine Laterne in der Krippe gebastelt (von den Erziehern basteln lassen), hat aber keine Ahnung was man damit anstellt oder wie man sie hält. Auch wenn ich es versuche zu zeigen, wird es ignoriert. 😂 Da ich mit ihm alleine hingehen werde (der Weltbeste Mann arbeitet und alle meine (Mutti-)Freundinnen sind auf einem Wochenendtrip oder krank), wird es vermutlich so laufen, dass die Schildkröte im Kinderwagen sitzt und ich diesen Schiebe und die Laterne halte. 😅 Ich werde das aber nochmal mit ihm üben.😅

Der Wochenendtrip! Ich bin soooo traurig! Diese Fahrt habe ich mit organisiert und es wird sooo witzig. Da ich aber schwanger bin, macht es sehr wenig Sinn mitzufahren. (Ich werde hier jetzt nicht verraten wo es hingeht, da diverse Freunde hier mitlesen.) Und es sind wirklich alle dabei! Ja gut, ok – fast alle. Eine Freundin hat sich vorgestern das Fersenbein gebrochen und liegt im KH. Aber sonst sind wirklich alle dabei. Es ist so schwierig 10 Leute terminlich unter einen Hut zu bringen. Da schaffen wir es ein Mal und dann kann ich nicht mit. -Ok, als wir gebucht haben, habe ich eine eventuelle Schwangerschaft mit einbezogen. Aber dass es wirklich so kommt, konnte ja keiner ahnen.- Man mag sich jetzt fragen warum eine Schwangere nicht auf einen Wochenendtrip mitfahren kann. Dabei liegt die Antwort so nahe: Alkohol! Und das ist für die Mitfahrenden schon zu viel Info.😂 Wobei sie sich das bei dem Orga-Team auch eigentlich denken können.😬😂

Und jetzt werde ich für die nächsten Wochen wieder in der Versenkung verschwinden. 😊

Guten Tag und Hallo

Die Schildkröte hat nun fast 4 Wochen Krippe hinter sich. Und was soll ich sagen? Er macht es wie ein ganz großer. Die Eingewöhnung war scheinbar nur dazu da, weil sie gemacht werden muss. Der weltbeste Ehemann hat am ersten Tag schon die rhetorische Frage gestellt, warum er eigentlich noch dabei sitzen muss.😅

Allerdings ist er in einer Hinsicht auch sehr anstrengend: er hat den größten Dickkopf auf der Welt. Anziehen, wickeln – generell Dinge, die ihm nicht in den Kram passen, arten schlagartig in Ausraster aus, als passiere gerade das Schlimmste auf der Welt. Wenn es nicht so anstrengend wäre, würde ich fast behaupten, ich sei stolz, dass er so einen starken Eigenwillen hat.😅

Aktuell habe ich etwas Urlaub. Die Schwangerschaft läuft leider nebenher. Es ist wirklich so wie alle sagen: jede weitere Schwangerschaft kann nicht so genossen werden wie die erste. Bei mir kommt leider noch hinzu, dass ich scheinbar eine chronische Darmerkrankung habe, die sich entschlossen hat in diesem Jahr zu Tage zu treten. Wie der Hashi-Arzt, bei dem ich jetzt endlich mal war, sagt, kommt eine Autoimmunerkrankung selten allein. Jedenfalls musste ich Medikamente nehmen, die es in sich haben. Laut Embryotox sind es die Medikamente der Wahl. Trotzdem bereiten Sie mir Bauchschmerzen. Hab schon ein wenig Sorge, dass sich das Baby gut und gesund entwickelt. Zumal es sein kann, dass ich die Medikamente erneut nehmen muss. (Außerdem habe ich aufgrund der Symptome und aufgrund der mangelnden Diagnosemöglichkeit (bin ja schwanger) weiterhin Angst davor, dass es Darmkrebs sein könnte. Jaaa…Bullshit-bla-bla. Aber auch nicht ganz unbegründet.)

Naja. So – der Hashi-Arzt: es hat sich herausgestellt, dass ich eine Umwandlungsstörung habe. Das bedeutet das fT4 wird nicht ausreichend in fT3 oder falsch ins Reverse T3 umgewandelt. Mein fT4 ist ok, das fT3 am Rande zu „zu niedrig“. Das Reverse T3 ist zu hoch. Und was macht man da? L-Thyroxin etwas minimieren und mit Thybon starten. Und dann abwarten was passiert.